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Ohne Tux kein Flug zum Mond – Dank dem Bergbau im Zillertal

Autor: Markus Egger 21.04.2016

Gut, ich gebe zu, das ist vielleicht ein wenig übertreiben. Aber es ist trotzdem nicht ganz von der Hand zu weisen. NASA und Tux mögen nicht unbedingt zwei Begriffe sein, die häufig im selben Satz genannt werden, aber es gibt tatsächlich Zusammenhänge. Und nein, es geht nicht darum, dass vielleicht der eine oder andere NASA Mitarbeiter in Tux Urlaub macht. Obwohl das natürlich vorstellbar wäre. Es hängt mit dem früher betriebenen Bergbau im Zillertal, genauer gesagt im Gemeindegebiet von Tux, zusammen.

Vom Bergbau im Zillertal direkt zum Mond

In der Zeit von 1927 bis 1976 existierte das Magnesitbergwerk Tux, das sich am Berg in der Nähe des Ortes Vorderlanersbach befand. Es war das höchstgelegene Magnesitbergwerk Europas in jener Zeit. Magnesit wird nach wie vor zur Herstellung von feuerfesten Materialien verwendet. Aus dem Tuxer Magnesit wurde vor allem Heraklith hergestellt. Dabei wurde Holzwolle mit Magnesit vermischt und dann zu Platten gepresst. Im Baugewerbe finden diese Heraklith Platten nach wie vor Verwendung als Isoliermaterial, das dank der Eigenschaften von Magnesit nicht brennbar ist.

Magnesitbergwerk Tux

Ab 1955 wurde beim Bergbau im Zillertal auch Scheelit abgebaut. Und jetzt kommt die Raumfahrt ins Spiel. Scheelit, das auch als Tungstein bekannt ist, wird zur Gewinnung von Wolfram benötigt. Wolfram ist extrem widerstandsfähig und verfügt über einen sehr hohen Schmelzpunkt. Genau die Anforderungen, die an Materialien für die Raumfahrt gestellt werden.

Hier schließt sich der Kreis wieder, von der NASA zurück nach Tux und zum Bergbau im Zillertal. Das bekannte Apollo Programm, das von 1961 bis 1972 betrieben wurde, umfasst insgesamt 17 Missionen und wurde durch die erste bemannte Mondlandung 1969 durch Neil Armstrong gekrönt. Was nur wenige Menschen wissen, ist, dass auch österreichische Firmen am Apollo Programm teilnahmen. Wie zum Beispiel die Plansee Group in Reutte, die seit vielen Jahrzehnten höchst erfolgreich in der Metallurgie tätig ist. Die Plansee Group fertigt unter anderem hochspezialisierte Komponenten aus Wolfram und exportiert sie in alle Welt hinaus. Bis eben irgendwann auch die NASA anklopfte. Das dafür benötigte Wolfram kam höchstwahrscheinlich aus dem Magnesitbergwerk Tux.

Wolfram ist auch heute noch von enormer Bedeutung, seine Eigenschaften sind schließlich herausragend. Auch in der österreichischen Industrie findet Wolfram bei manchen Betrieben Verwendung. Die Plansee Group ist, wie bereits erwähnt, eine davon. Trotz der Mitarbeit am Apollo Projekt macht sie den größten Teil ihres Geschäftes nach wie vor im zivilen Bereich. Das bedeutendste Wolfram Vorkommen in Europa befindet sich übrigens in Österreich, genauer gesagt im Felbertal.

Vom Bergbau zum Seilbahnbau

Ende 1976 fuhr die letzte Schicht aus dem Bergwerk aus, und damit war der Betrieb eingestellt. Nach der Stilllegung wurden die Gebäude abgetragen und das Gelände renaturiert. Heute sind nur mehr wenige Spuren erkennbar. Eine davon ist die ehemalige Talstation der Schrofenbahn in Vorderlanersbach. Diese Pendelbahn diente zur Beförderung der Arbeiter auf den Berg und wieder zurück. Bereits 1923 wurde übrigens mit dem Bau einer Seilbahn hinauf zum Bergwerk begonnen.

Das gewonnene Material wurde über eine eigene Materialseilbahn nach Bühel im Zillertal zu einem Verladebahnhof der Zillertalbahn transportiert. Ein Teilstück dieser Trasse wird heute von der Horbergbahn benützt. Man sieht, Seilbahnen haben in Tux im Zillertal also schon Tradition, lange bevor sie schließlich zur touristischen Nutzung verwendet wurden.

Der Bergbau im Zillertal fand aber nicht nur In Tux statt, es gab verschiedene andere Orte an denen nach Erzen geschürft wurde. So gab es unter anderem ein Goldbergwerk und neben Silber wurden auch Kupfer und Eisen im Zillertal abgebaut. Das wohl bekannteste Bergwerk in unmittelbarer Nähe dürfte aber das Silberbergwerk Schwaz sein. Zu seiner Hochzeit war es der größte Silberproduzent der Welt. Heute ist es ein Schaubergwerk und bietet seinen Besuchern einen Einblick in das harte Leben der Knappen. Das Tuxertal hat also weit mehr zu bieten, als nur die weithin bekannten touristischen Highlights. Einige wenige Spuren aus der Zeit vom Bergbau im Zillertal sind nach wie vor sichtbar, auch wenn das Meiste bereits wieder renaturiert wurde. Die Barbarakapelle oberhalb von Vorderlanersbach kann nach wie vor besichtigt werden und auch einige Stolleneingänge sind immer noch sichtbar. Sie sind Zeitzeugen einer vergangenen Epoche von Tux.

Plansee Group in Reutte im Luftbild Ab in den Weltraum In der Materialseilbahn hinauf ins Magnesitbergwerk. Magnesitwerk Tux
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A-6293 Tux, Lanersbach 401

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Die Flughäfen Innsbruck, Salzburg und München liegen zwischen 90 und 230 km von Tux-Finkenberg entfernt.

 

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